Im Herzen und am Finger
von Daniela Jäggi
Nach dem Tod meines Göttergatten und des Vaters meiner Kinder haben wir in der Familie beschlossen, dass wir aus einem Teil der Asche drei kleine synthetische Diamanten werden machen lassen.
Es hat 8 Monate gedauert, bis unsere Erinnerungsdiamanten "gewachsen" waren. Diese Diamanten verfügen über identische chemische und physikalische Eigenschaften, wie in der Natur gewachsene Diamanten. Die Bedingungen, unter welchen ein natürlicher Diamant über Jahrtausende entsteht, werden in der Diamantsynthese genau nachgebildet.
Auf www.algordanza.com kann jeder, der sich dafür interessiert, Einsicht in die Entstehung dieser Diamanten bekommen.
Ich habe meinen Stein, der sich ziemlich stark blau gefärbt hat, in einen einfachen Ring fassen lassen. Die Färbung der Diamanten ist unterschiedlich - manche sind ganz hell ... andere fast dunkelblau. Da ich meist mehrere kleine Ringe als Kompositionen immer wieder neu zusammenstelle, ist mein Erinnerungsdiamant an meinen Göttergatten nun immer an meinem Ringfinger und sieht immer etwas anders arrangiert aus. Bleiben tut aber die Erinnerung an einen wunderbaren Lebensbegleiter, der nun nicht nur in meinem Herzen seinen Platz für immer hat, sondern auch an meinem Finger.
Der Goldschmied meines Vertrauens hatte einige Schweissperlen auf der Stirn, als er den Stein gefasst hat. Schliesslich gibt es DIESEN Stein nur einmal - ergo: Es sollte nichts schiefgehen beim Fassen.
Ich freue mich darüber, dass mich nun dieser Stein anglitzert und mir immer leise zuflüstert, dass er bei mir ist. Okay, hin und wieder wird er mich vermutlich auch anrunzeln, wenn ich mal wieder Mist mache. Solange er nicht anfängt zu knurren, ist alles gut.
Für immer.